Akupunktur


Die Akupunktur als Teil der Chinesischen Medizin (TCM) basiert auf einer Jahrtausend alten Erfahrung und dies nicht nur für den Menschen - auch für Pferde und andere Tiere. Dass die Akupunktur trotz der sehr guten Erfolge bei kaum auftretenden Nebenwirkungen und breitem Anwendungsgebiet erst seit den 60er Jahren – und auch nur sehr zögerlich – bei uns Einzug hält, liegt sicher an dem gänzlich anderen Gedankenansatz.


Gemäß dem traditionellen chinesischen Wissen durchdringt und begleitet das Qi jedes Lebewesen. Qi bedeutet im übertragenen Sinne soviel wie vitale Energie, Lebenskraft oder „innerer Atem“. Ist diese Energie ausgeglichen und „im Fluss“, fühlt sich das Lebewesen wohl, ist sie blockiert, wird es sich unwohl fühlen und „Symptome“ und schließlich Krankheit entstehen. Um die Gesundung eines Lebewesens – Mensch oder Tier – herbeizuführen, wird bei der Akupunktur das Qi wieder zum Fließen gebracht.


Nachdem sich die Akupunktur in der Humanmedizin von der Außenseitermedizin zu einer anerkannten hocheffektiven Heilmethode entwickelt hat, ist sie auch aus der Tiermedizin nicht mehr wegzudenken. Wie wohl kaum eine andere Therapie versucht die Akupunktur nicht nur Symptome zu behandeln, sondern immer die Wurzel einer Erkrankung zu suchen und als zentralen Bestandteil der Krankheit zu behandeln. Nur durch diese wirklich ursächliche Behandlung sind auch die beeindruckenden Therapieerfolge bei so vielen vorher therapieresistenten Erkrankungen zu erklären. 

 

 

Durchführung der Akupunkturbehandlung:

Die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), die Untersuchung und die Diagnoseerstellung dauert bei der Erstbehandlung einschließlich des Setzens der Nadeln ca. 1 – 1 ½ Stunde.


Bei chronischen Leiden werden durchschnittlich 3 – 5 Behandlungen benötigt, danach muss sich eine deutliche Besserung einstellen. Bei akuten Problemen ist manchmal nur eine einzige Sitzung nötig.


Die Abstände der Behandlungen betragen meist eine Woche. Die Nadeln verbleiben durchschnittlich 20 Minuten am Tier. Es kann vorkommen, dass nach kurzer Zeit manche Nadeln bereits herausfallen. Es ist dann nicht mehr nötig, diese zu ersetzen, die Reizung des Akupunkturpunktes war bereits ausreichend.


Wann kann Akupunktur erfolgreich eingesetzt werden?

Bei einer Vielzahl von Erkrankungen kann Akupunktur hilfreich sein, z.B. bei:


Augenverletzungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Magen- und Darmproblemen, Kolik, Herz-Kreislauferkrankungen, Hauterkrankungen, Hufrehe, Ataxie, Atemwegserkrankungen, chronische Bronchitis, Lungenerkrankungen, Husten, Kehlkopfpfeifen, chronische Lahmheiten, Distorsionen, Zerrungen, Prellungen, Hüftgelenksdysplasie (HD), Verspannungen, Genickprobleme, Rückenprobleme, Nervosität, Unruhe, Head-Shaking, Verhaltensauffälligkeiten, Aggressivität, Hyperaktivität, traumatische Belastungen (Tierheim, Unfälle), Inkontinenz, Deckunlust, Störung der Rosse, Geburtshilfe, Infektanfälligkeit, Wundheilung, postoperative Wundbehandlung, postoperative Rekonvaleszenz, auch zur Unterstützung einer veterinärmedizinischen Therapie.


Und wo liegen die Grenzen der Akupunktur?

Die Akupunktur hat wie jede andere Medizin genauso ihre Grenzen und so gibt es Situationen, in denen die Akupunktur nicht weiterhelfen kann:

  • Mangelzustände
  • Zustände, bei denen Organe oder Gewebe bereits zerstört sind
       (z.B. Lungenemphysem, Niereninsuffizienz, Diabetes)

Als begleitende Therapie kann sie diese Fälle nicht heilen, aber immerhin schmerzlindernd wirken und somit den Patienten zu einem besseren Lebensgefühl verhelfen.